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Aktuell

Freilichtbühne

Zwei Leben für die Liebe!

Im Dreierbund gebunden: Cyrano, Christian, Roxane.
Im Dreierbund gebunden: Cyrano, Christian, Roxane.

Mit „Cyrano de Bergerac“ überwindet die Freilichtbühne Gundelfingen ihre Zeit der Irrungen und Wirrungen und kommt in veränderter Besetzung groß zurück: Höfisches und Kampfgetöse, Komödiantisches und Tragisches führt sie vor. Und vor allem: Große Gefühle.

Um die Hälfte reduziert und dann wieder verdoppelt hat sich das Ensemble; mit Esprit und Spielfreude bringt es Theatervergnügen nun wieder auf hohes Niveau. Regisseur Jesse Coston, der schon an der Oper Freiburg wie der Breisacher Freilichtbühne einen guten Namen hat, hat aus seinem Netzwerk gute, sehr gute Spieler auf die Freilichtbretter gelotst. Durch striktes Kürzen der originalen Fassung dynamisiert er die Handlung auf doppelte Weise: In „äußerlichem“ Tempo lässt er Kampfgetümmel und Kriegsgeschehen und Persiflage, Lästerei und Intriganz zum Ausdruck kommen, auf der und um die Bühne wird gerannt, gerufen und gebrüllt, gedroht und gekämpft.

Aber es ist vor allem das „innere“ Tempo, das Zuschauern den Atem nimmt: Die reduzierte Geschwindigkeit, in der Cyrano in der Begegnung mit Roxane seiner unermesslichen Sehnsucht Ausdruck gibt, wenn er die Rauheit der Realität unvermittelt in die Wirklichkeit seiner Liebeslyrik überführt und dabei wahr werden lässt, wie Sprachschönheit und Versmaß, wie die Äquivalenz von Form und Inhalt auf das hinführen, was Menschen im Innersten bewegt. 

Charaktere

Mit einem Atemholen vermag dieser Cyrano (Daniel Hey), wenn er vernehmlich leise zu seinem Liebesgesang ansetzt, die Szenerie um sich herum verblassen machen. „Fühlst du, wie meine Seele sich an deine schmiegt ...“ – jede und jeden vermag er da zu bannen. Und was nicht oft geurteilt wird über Monologe – dass sie zu kurz ausfielen –, hier gilt es und lässt das Publikum eins werden im Flehen mit Roxane: „Sprich weiter!“

Anita Haeussler-Häringer steigert ihre Roxane von der höfisch verwöhnten Jungdame in die lebenslustige, Gefahren trotzende Landser-Braut und dann zur gefühlsstarken, zutiefst Liebenden. Erschütternd ist sie in ihrer Trauer um den toten Christian und doch dehnt sie den Schmerzens-Gefühlsstrang noch weiter, als sie in der Schlussszene zitternd das endliche Erkennen der wahren Umstände und dann in brechender Stimme alle Verzweiflung über die Tragik um Cyrano, um Christian und ihre Verwicklung darin artikuliert.

Kontrapunkte setzen im Stück Martha (Barbara Hauck) als Bedienstete und der Koch Raguneau (Abraham Avedikian), ein brodelndes Bündel Energie, und gleich zu Beginn Joachim Rau als wunderbarer Schauspieler-Dichter Montfleury, der nicht nur amüsiert, sondern mit seinem Auftritt die barocke Welt zu Hofe farbenprächtig einbringt.

Ah, Monsieur Graf de Guiche – wie sehr darf man als Zuschauer eine Rolle hassen? Sie, Jürgen Hey, geben diesem geleckten Adligen, diesem unverdient zu Ehren kommenden Kommandeur dieses Blasierte, was einem sofort die Hand zur Faust ballen lässt, gesteigert gar durch ein winziges Emporziehen einer Augenbraue, das als angeborene Hochnäsigkeit im Gegenüber erst recht die Wut anstachelt … Im Jahr 400 nach dem historischen Bergerac zeigt Jürgen Hey, was den Adligen im Barock ausmachte. 

Ach, und Christian, du „Schöner“ – darum erst und nur darum geliebt. Aus ihm macht Jürgen Haeussler den unbekümmerten Nutzer seiner ihm mitgegebenen äußerlichen Gaben, ein wenig weinerlich, ein wenig tolpatschig, um dann in seiner Todesszene die Wendung „Tragikomödie“ zu versinnbildlichen.   

Schlussapplaus nach großem Spiel.
Schlussapplaus nach großem Spiel.

Weitere Aufführungen

Am Samstag/Sonntag, 15./16. Juli, sowie am Freitag/Samstag, 21./22. Juli, 19.30 Uhr, Theaterplatz an der Grundschule. Karten: Buchhandlung Brand; 0172/4463638; info@freilichtbuehne-gundelfingen.de; Abendkasse. - Bei schlechtem Wetter Aufführung im Foyer der Festhalle.

Herbert Geisler

Fotos: Herbert Geisler    

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