Aktuell: Gundelfingen

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Aktuell

Hilfe für Kinder, Mädchen und Frauen

Erstelldatum18.06.2024

Der Verein „Indienhilfe – Wasser ist Leben“ legte in seiner kürzlich abgehaltenen Mitgliederversammlung dar, wie er in diesem Partnerland Menschen, die auf Grund ihres Schicksals, ihres Geschlechts, ihrer Kaste oder ethnischen Herkunft benachteiligt sind und am gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung nicht teilhaben, unterstützt.

Der Verein „Indienhilfe – Wasser ist Leben“ legte in seiner kürzlich abgehaltenen Mitgliederversammlung dar, wie er in diesem Partnerland Menschen, die auf Grund ihres Schicksals, ihres Geschlechts, ihrer Kaste oder ethnischen Herkunft benachteiligt sind und am gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung nicht teilhaben, unterstützt.

Die 2. Vorsitzende Anna Geretschläger referierte die geförderten Projekte. Dazu zählen Aus- und Weiterbildungsinitiativen, beispielsweise werden ärmste und ungebildete Frauen im Lesen und Schreiben unterrichtet und erhalten eine Ausbildung zur Schmuckherstellerin, Schneiderin und in anderen Berufen. In Siedlungen von Musahar-Familien, die zur untersten Kaste im Hindusystem zählen und welchen untersagt ist, aus allgemeinen Brunnen Wasser zu holen (da dieses durch ihre Berührung verunreinigt würde), wurden eigene Brunnen gebaut. Im Slum Malwani werden Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen Ausbildung unterstützt, in fünf Heimen Mädchen aus ärmsten Familien während ihrer Schulzeit eine Unterkunft, regelmäßige Mahlzeiten und ärztliche Versorgung geboten. Viele von ihnen schaffen den Sprung in Berufe der Bank-, Versicherungs- oder Modebranche, auch eine Ausbildung als Krankenschwester wird häufig angestrebt. Jede Einzelne davon wäre ohne die Unterstützung der vor Ort tätigen Partnerorganisation „Helpers of Mary“ nahezu chancenlos, betonte Geretschläger.

„Wir sind sehr stolz auf diese Mädchen“

Unterstützung von hier aus der Region gibt es beispielsweise, indem etliche Menschen Patenschaften für die schulische Ausbildung von Mädchen übernehmen; die Esther-Weber-Schule Emmendingen spendete Schuluniformen, die Johann-Peter-Hebel-Grundschule drei Fahrräder, das Erasmus-Gymnasium Denzlingen eine Solaranlage.

Dank der Zusammenarbeit u. a. mit der Gundelfinger ECHO-Stiftung wurde weiteren 29 Mädchen die Ausbildung zur Schwesternhelferin und Krankenschwester ermöglicht; aus Indien schrieb eine ihrer Betreuerinnen (Schwester Amrita) nach Deutschland: „Wir sind so sehr stolz auf alle diese Mädchen. Die Mädchen wissen sehr wohl, dass sie nur über qualifizierte Berufsausbildungen auf eigene Beine kommen.“

Noch viel zu tun

Für anstehende Hilfen nannte Anna Geretschläger gleichfalls konkrete Anliegen, wie drei von etlichen Beispielen zeigen: So wartet die Terrasse des Kinderhauses Shanti Sadan dringend auf eine Sanierung, da Wasser durch die Decke in Wohn- und Schlafräume der Mädchen dringt und sich hier bereits Schimmel gebildet hat. Anstelle von Holz als (gesundheitsschädlichem) Brennmaterial beim Kochen wird eine alternative Lösung für die Installation einer Kochstelle gesucht und ein von einem Wohltätigkeitsverein vor 20 Jahren errichteter, mittlerweile heruntergekommener Spielplatz soll wieder auf Vordermann gebracht werden, um den Kindern ausreichend Bewegungsmöglichkeiten in geschützter Umgebung zu bieten.

Für die ECHO-Stiftung legten Valentin Hettich und Thomas Danner dar, wie aus dem Stiftungsvermögen im Jahr 2023 knapp 20.000 Euro für Förderungszwecke ausgeschüttet werden konnten.

Dank an viele Unterstützer

Neben ihrem Dank an Vorstandsmitglieder und weitere Unterstützer würdigte Geretschläger besonders die Verdienste von Schriftführerin Susanne Brändle-Schulz, die seit 15 Jahren ihr Amt ausübt. Der weitere Dank ging an die 170 Pateneltern, die teilweise seit 25 Jahren Patenschaften für Mädchen und junge Frauen aufrecht erhalten. Weiterer Dank richtete sich an die Hausmeistern für die Bereitstellung von Tischen und Stühlen und schließlich auch an die teils von weit her angereisten Gästen (einige kamen vom südlichen Oberrhein, andere aus Nürnberg).

Kassenführer Marcus Ries zeigte die Fördermaßnahmen und Ausgaben seit Bestehen der Initiative auf, seine übersichtlich angelegte Arbeit wurde im Bericht der Kassenprüferinnen Anja Schimmeck und Anna Mallman gelobt. Auf Antrag Barbara Löffelbeins wurde er vorbehaltlos entlastet. Die beiden Kassenprüferinnen ließen sich fürs kommende Jahr erneut in ihrem Amt bestätigen. Abschließend bedankte sich Bürgermeister Raphael Walz beim Verein für sein Wirken.

Zur Lage des Vereins

Zum Schluss sprach Gerda Geretschläger die kurz zuvor in Indien entschiedenen Wahlen, bei denen die hindu-nationalistische Bharatiya Janata Party (BJP) rund 37 Prozent erreicht hatte. Die BJP vertritt einen religiös motivierten Nationalismus mit der Zielsetzung, in Indien einen reinen Hindu-Staat zu schaffen.  Angehörige von Religionen, die in Indien entstanden sind – Buddhisten, Jains und Sikhs also – sind willkommen, Christen und Muslime hingegen unerwünscht. „Christliche Nicht-Regierungsorganisationen, die aus dem Ausland Gelder beziehen, haben es deswegen nicht leicht“, betonte Geretschläger, sah jedoch für „Wasser ist Leben“ insofern keine Gefahr, als der Verein sich u. a. damit befasst, Brunnen zu bauen und Bildungsmaßnahmen unterstützen, was weiterhin geduldet wird. Sie hob hervor, es bleibe in diesem Land noch viel zu tun, denn noch immer fehlten vielen Hundert Millionen Haushalten der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Anbindung an Schulen, Mädchen und Frauen würden in weiten Gesellschaftsschichten noch immer als Menschen zweiter Klasse angesehen.                  G. Geretschläger/H. Geisler