Aktuell: Gundelfingen

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Aktuell

MdB Felix Schreiner vor Ort

Felix Schreiner MdB (4. v.r.) informierte sich bei Saier Dosiertechnik über Wirtschaftsbelange.
Felix Schreiner MdB (4. v.r.) informierte sich bei Saier Dosiertechnik über Wirtschaftsbelange.

Wie geht’s der Wirtschaft, was treibt die Wirtschaft um? Das wollte kürzlich Felix Schreiner, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Waldshut, zu dem Gundelfingen als nordwestlicher Zipfel gehört, wissen und holte sich Antworten beim  Unternehmen Saier Dosiertechnik GmbH.

In Begleitung von Bürgermeister Raphael Walz, Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes und Gemeinderäten wurde er von Inhaber Michael Saier und dem kaufmännischen Geschäftsführer Volker Brunner über das Unternehmen informiert. Saier Dosiertechnik ist ein in dritter Generation inhabergeführtes Familienunternehmen, 1928 in Freiburg als Handwerksbetrieb gegründet, das einen Aufschwung erfuhr, als der seinerzeitige Firmenchef 1961 den ersten Leitfähigkeitsregler für gewerbliche Spülmaschinen und 1977 die erste Dosierschlauchpumpe für Flüssigreiniger entwickelte. Mittlerweile sind über 90 Mitarbeiter für Saier im Einsatz und generieren einen Jahres-Umsatz von zuletzt 10,7 Millionen Euro. Saier ist Spezialist  für technische Lösungen, die beispielsweise für gewerbliche Geschirrspüler, Kläranlagen, Pools oder Rein-Desinfektionsgeräte in Arztpraxen oder OP-Sälen benötigt werden.

 

Einblicke und Herausforderungen

Michael Saier freute sich „als Unternehmer wie als Bürger über den Besuch“ und vermittelte diesem bei einem Rundgang Einblicke in

Produktions- und Entwicklungsabläufe. So konnten sich diese darüber vergewissern, was die Charakterisierung Brunners als „ein Team mit vielfältigen Kompetenzen, mit hoher Wertschöpfungstiefe für schnelle Adaption, Bemusterung, Anläufe, Kleinserien“ in praxi meinte. Die Besichtigung bot eine veranschaulichende Grundlage für den anschließenden Austausch, bei dem Felix Schreiner Gesehenes ergänzend erläutert und teilweise auch als herausfordernd geschildert wurde. Wenn es vorher programmatisch geheißen hatte, „Qualität und Innovation bei Produktion, Software und digitalen Lösungen sind Basisbausteine unserer Aktivitäten“, so wurde dies in diesem Rahmen unterstrichen: „Die Vernetzung unserer Pumpen – unserer Hardware – mit der Software wird zunehmend wichtig. Hier macht uns die digitale Infrastruktur Sorgen, denn sicherheitsrelevante Komponenten etwa bei der Echtzeit-Überwachung für die Reinigung von OP-Besteck erfordert schnelle Datenleitungen“, hob Brunner hervor. Eine Ausstattung, die zeitnah einen erheblich größeren und schnelleren Durchlauf ermögliche, sei kein Komfort-Anspruch, sondern schlichtweg „eine unternehmerische Notwendigkeit“. Hier verwies Bürgermeister Walz auf das Dilemma, dass ein eigen er Zweckverband im Landkreis sich dieses Themas annehme, aber  insofern gebremst werde, als eine 90-Prozent-Förderung durch Bund und Land eine ‚Unterversorgung‘ voraussetzten; diese sei aber in Gundelfingen, wie auch in vielen Nachbarorten, nicht gegeben. So sei man formell auf „zu hohem“ Standard, der aber aufgrund der technischen Entwicklung mittlerweile in vielen Fällen nicht mehr ausreichend sei. Überdies habe eine Unternehmens-Abfrage im Industriegebiet zu geringen Rücklauf erbracht, um eine solide planerische Basis gewinnen zu können. Ein neuer Anlauf könne hier, so die Überzeugung beider Seiten, hilfreich sein.

 

Bürokratie

Die „A1-Bescheinigung“ ist ein Sozialversicherungsnachweis für im Ausland eingesetzte Mitarbeiter. „Den müssen wir erstellen, auch wenn ein Kollege lediglich für eine Stunde über die Grenze ins Nachbarland fährt, um dort ein Gespräch Service-Gespräch zu führen“, monierte Brunner. Das erst in diesem Jahr neu entstanden Formular sei derart aufwendig zu bearbeiten, dass es eine erhebliche betriebliche Belastung bedeute. „Spielen Sie das doch einmal in die zuständigen Gremien zurück“, appellierte er an Felix Schreiner, der hier europäische Regelungsbelange berührt sah und versprach, sich darum zu kümmern.

Firmenchef Michael Saier schließlich sprach die Energieversorgung an.

„Wir – und viele andere Betriebe - drohen in einen Wettbewerbsnachteil zu geraten, denn die steigenden Stromkosten machen uns große Sorgen“, unterstrich er. Schreiner sah hier eine Parallele zu dem mittlerweile häufiger auch von Privatleuten vorgetragenen Anliegen zu hoher Strompreise. „Hier müssen wir in eine ehrliche Diskussion gehen“, meinte er, „und ideologiefrei über die EEG-Umlage sprechen.“ Eine Neuausrichtung funktioniere nur mithilfe von Anreizen für die Bürger.

Die weiteren Initiativen diesbezüglich könnten, ergänzte er später, auf eine Anregung Brunners eingehend, im Rahmen eines lose organisierten Kreises mit interessierten Vertretern aus Wirtschaft und Politik zurückgespiegelt werden.

Auch Vergaberichtlinien der öffentlichen Hand waren ein Thema. Diese verlangten regelmäßig einen niedrigen Einstandspreis bei Beschaffungen, der günstigste Anbieter kommt dann zum Zuge. „Kommunale Auftraggeber können deshalb oftmals nicht Nachhaltigkeit gewährleisten“, verdeutlichte Brunner eigene Geschäftserfahrungen, „weil die Vorgaben ihnen nicht ermöglichen, anfangs etwas teurere, aber dauerhaftere Produkte einzukaufen. Die Folge: Das billigste Angebot wird genommen – und nach drei Jahren werden Teile weggeworfen anstatt sie dauerhaft zu warten.“ Auch hier sagte Schreiner zu, dieses Thema nachzuverfolgen.                            Herbert Geisler