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Aktuell

Bienen-Exkursion am Gymnasium

die Honigbiene
die Honigbiene

Für ein Kilo Honig einmal um die Welt

 

Tausend Schritte, fast den halben Weg bis nach Denzlingen, legte die 6a des Albert-Schweitzer-Gymnasiums kürzlich zurück, um im Rahmen einer Biologie-Exkursion mit weit beachtlicheren Distanzen konfrontiert zu werden: Hobby-Imker Andreas Fuchs machte sie mit einem seiner Bienenvölker bekannt und vermittelte dabei erstaunliche Fakten.

Wovon die Wahrnehmung vom „Bienenfleiß“ herkommt, verdeutlichte er mit der Flugleistung der Honigproduzenten: Einmal um die Welt geht es zusammengerechnet, um ein Kilo des süßen Stoffes zu produzieren. „40.000 Kilometer“, raunt es aus der Schülerschar – offensichtlich hat da jemand gut in Geographie aufgepasst, denn ungefähr dieses Ausmaß hat der Erdumfang. Doch Andreas Fuchs animierte noch zum Multiplizieren der sowieso schon großen Zahl: 10 bis 20 Kilogramm Honig kann ein Bienenvolk in einer Saison zusammenbringen; rechnet man das auf die dafür erforderliche Flugdistanz um, ergibt sich eine wirklich beachtliche Leistung.

 

Zahlenspiele

Während Fuchs, lediglich mit Handschuhen bewehrt, einen Bienenstock auseinandernimmt, um der Klasse, die mit ihrer Bio-Lehrerin Anja Burann praxisnah etwas über die auch für Menschen überlebenswichtigen Tierchen erfahren wollen, deren „Wohn- und Arbeitsdetails“ zu präsentieren, lässt er raten: „Wie viele Bienen bevölkern so einen Kasten?“ Als die Zahl „1.000“ aus dem Rund genannt wird, ermutigt er zur Steigerung. 5.000? 10.000?? An eine noch höhere Zahl wagt sich niemand, doch Fuchs verblüfft: 50- bis 60.000 Bienen sind's, die in einem Quader, der (zum Vergleich) als Hundebox für's Auto genutzt allenfalls einen kniehohen Vierbeiner aufnehmen könnte, Unterschlupf und Arbeitsstätte finden.

 

Eng wie in der Tokioter U-Bahn

Da liegt ein weiterer Vergleich auf der Hand: Bilder der Menschenmassen, die sich in Tokio in eine U-Bahn drängen, viele von ihnen mit Mundschutz versehen, um sich vor Keimen zu schützen. Sinngemäße Enge gibt es im Bienenstock permanent; wie funktioniert da der Gesundheitsschutz? „Sie putzen sich intensiv, überdies wehrt der Harz, mit dem sie ihren Bau abdichten, Keime ab“, erklärt er und präsentiert die Randbereiche des Kastendeckels, an dem dieser natürliche Klebstoff sich bereits verfestigt hat.

Nutzen, Lebensweise, Gefährdungen und den biologischen Kontext des Bienenvolkes vermittelt er anschaulich, teils durch die Präsentation von Imker-Utensilien, teils im Frage-Antwort-Ping-Pong mit der Schülerschar, teils in ausführlichen Erläuterungen. Dass Hornissen sich einzelne Bienen schnappen, mit ihnen in die nächste Deckung fliegen, ihnen dort den Kopf abreißen und verspeisen und den Torso dann einfach fallen lassen, um den nächsten Leckerbissen zu erjagen, ist ebenso ein Detail wie der Hinweis auf eine regelrechte Ernährungskette, die die Bienen nutzen; diese reicht von Haselnuss über Holunder bis zur Linde, an der sie Läuse „melken“.

 

Ende und Nicht-Ende

Heiß ist der Frühnachmittag, etliche Sechstklässler sitzen etwas ermüdet im Gras. Vor und um den Bienenstock herum, den Andreas Fuchs wieder verschlossen hat, summt und brummt es tüchtig. Für die Schüler geht's alsbald zurück. Tausend Schritte sind's, bis mancher ruft „School's out“. Diesen Ausdruck kennen die Bienen nicht. Sie werden auch an diesem Nachmittag noch einige tausend Kilometer weit fliegen ...        Herbert Geisler