Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Herzlich Willkommen
in der Gemeinde Gundelfingen
Herzlich Willkommen
in der Gemeinde Gundelfingen
Herzlich Willkommen
in der Gemeinde Gundelfingen
Herzlich Willkommen
in der Gemeinde Gundelfingen

Aktuell

„Lasst die kleine Khrystyna hören!“

Das ist Khrystyna.
Das ist Khrystyna.
Foto: privat

„Alle meine Entchen“, die Sandmännchen-Melodie, Abzählreime und Schlaflieder – alles das ist eine unbekannte Welt für die kleine Khrystyna. Sie ist vier, sie blickt so unbekümmert-hoffnungsvoll drein wie Gleichaltrige wohl überall auf der Welt. Sie ist wie andere Kinder – eigentlich; mit einem Unterschied: hören kann sie fast nichts. Mit einer Spendenwelle könnte sich das in wenigen Wochen ändern.

 

Ein Kind  - ein Schicksal

Dass Khrystyna extrem schlecht hörte, merkten ihre Eltern, als das Kind eineinhalb Jahre alt war. Doch in Zbarazh im Westen der Ukraine, wo die Familie in ärmlichen Verhältnissen lebt, erschien medizinische Hilfe nahezu unvorstellbar. Dann ein Glücksschimmer: Das örtliche Rote Kreuz pflegt eine Partnerschaft mit einem deutschen DRK-Ortsverband, von wo aus Geld, Medikamente, Geräte und andere Unterstützung in den gebeutelten Landstrich gelangen. Des Öfteren fahren Rotkreuzler aus Gundelfingen im Breisgau auf eigene Kosten nach Zbarazh, um sich davon zu überzeugen, dass diese Spenden ihren Zweck erreichen und Engagement dort auch quasi von unten aufwächst.

 

Erste Hilfe

Bei einem dieser Besuche erfuhren die Reiseteilnehmer von Khrystynas Schicksal. Spontan finanzierten sie  dem Mädchen ein Hörgerät – bereits dies eine Investition, die die Familie des Mädchens niemals hätte aufbringen können. Doch entgegen aller Hoffnungen brachte das Gerät nicht den gewünschten Erfolg; nach einer Untersuchung im Klinikum der Hauptstadt Kiew folgerten die Ärzte: Allenfalls ein Cochlea-Implantat könnte die Chance sein, dass Khrystyna das Hören erlernt – und auch das Sprechen.

Vom Los des kleinen Mädchens weiterhin berührt, kontaktierte Manuel Hisam vom DRK Professor Dr. Roland Laszig in Freiburg. Dieser wagte es 1993 als Medizin-Pionier, einem Zweijährigen ein Cochlea-Implantat einzusetzen – mit großem Erfolg. Laszig ist Gründer des (seinerzeit in Baden-Württemberg ersten) Cochlear-Implant-Centrums (ICF) und leitet heute die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Seit 25 Jahren nun treiben er und seine Kollegen die Forschung voran, haben inzwischen vielen tauben Menschen zu neuem bzw. erstmaligem Hören verhelfen können und die Technik dazu stetig verbessert. Laszig sagte dem DRK seine Unterstützung zu.

Ein Cochlea-Implantat ist eine elektronische Hörprothese. Diese vermag die von außen kommenden Geräusche (Sprache, Musik und mehr) so über den Hörnerv ans Gehirn weiterzuleiten, dass taube oder hörgeschädigte Menschen zu 'normaler' Kommunikation finden können.

 

Hoffnung auf Erfolg 

Gleichwohl bleibt ein beträchtlicher Betrag aufzubringen. Für jedes Ohr Khrystynas wird voraussichtlich ein Implantat erforderlich sein, wodurch sich die Kosten auf 65.000 Euro zubewegen dürften. Genaueres wird während eines mehrtägigen Aufenthaltes der Familie geklärt werden, den der DRK-Ortsverband dieser Tage auf seine Kosten organisiert. Sollten sich Laszigs Diagnose zufolge die Implantate sinnvoll einsetzen lassen, soll die Operation sogleich vorgenommen werden. Späterhin müssten, erläutert Manuel Hisam, zwei weitere Besuche in Freiburg zur Nachsorge organisiert werden. Darüber hinausgehende Untersuchungen könnten in Kiew unter Leitung der Freiburger Klinik stattfinden. Für den Fall, dass ein Cochlea Implantat nicht erfolgversprechend wäre, „werden den Eltern des Mädchens Alternativen aufgezeigt“, sagte Hisam, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern das Mögliche für die kleine Patientin erreichen will.

 

Wer hilft?

Zwischenzeitlich hat der Ortsverband schon kräftig getrommelt, etliche Einzelspender haben kleine und mittlere Beträge zugesteuert, einige Großspender haben sich großzügig gezeigt. Gleichwohl braucht es noch etliche Anstrengungen, um den Gesamtbetrag zusammen zu bekommen.

In der Ukraine werden drei Patienten pro Jahr kostenlos mit einem Cochlea Implantat versorgt, für sie gibt es eine Warteliste. Khrystyna wäre dieser Liste zufolge an der Reihe, wenn sie 60 Jahre alt wird. Mit Hilfe von hier könnte sie, wenn sie mit sechs eingeschult wird, im Idealfall ganz normal hören und sprechen. Wie andere Kinder auch.

Spendenkonto: DRK Gundelfingen, IBAN: DE39 6809 0000 0026 8791 91, Stichwort: „Ukraine-Hilfe“.                     Herbert Geisler